Leserzuschrift von Tanja Bühler (LBU) zur Bürgerbefragung „Perspektiven im Herzen von Bad Dürrheim“ (Thema „Auf Hofen II“)

Nach viermonatiger Bearbeitungszeit liegt nun die Auswertungsdokumentation der Bürgerbefragung „Perspektiven im Herzen von Bad Dürrheim“ vor. Die Ausarbeitung des Büros PLAN:KOOPERATIV aus Heidelberg wirft bei intensiver Betrachtung der wörtlichen Beiträge der beteiligten Bürgerinnen und Bürger allerdings Fragen auf:

Zunächst ist festzustellen, dass aufgrund einer Fehlprogrammierung auf die Auswertung der „Likes“ verzichtet werden muss. Dies ist ärgerlich, weil dadurch eine hohe Zahl an Meinungsbekundungen verloren geht. Ein Blick auf die qualitativen Betrachtungen der Dokumentation zeigt, dass bei vielen Themen Einzelmeinungen herausgestellt und zitiert werden, gleichzeitig aber Meinungen, die zum selben Thema häufiger vertreten werden, kaum Beachtung finden. Dies zeigt sich beispielsweise deutlich bei der Darstellung zur Grünanlage Hofen II. Hier werden die überaus zahlreichen Beiträge zum Erhalt der Grünfläche kaum gewürdigt und verschwinden in der allgemeinen Aussage, dass Freiräume und Grünflächenverbrauch häufig als Thema genannt wurden. Es wird hier unzulässiger Weise nicht der Ort (nämlich Hofen II) genannt, auf den sich die vielen Beiträge beziehen. Auffallend ist auch die fehlerhafte Verortung zahlreicher Beiträge zu den Themen Hindenburgpark, Kurpark und Hofen II. Ob ausschließlich mangelnde Ortskenntnis der Grund dafür ist, sei dahingestellt. In jedem Fall aber verzerrt dieses Vorgehen das Ergebnis enorm.

Um wirklich Erkenntnisse aus der Bürgerbeteiligung ableiten zu können, genügt es nicht – wie hier geschehen – als Ergebnis allgemeine Zielkonflikte gegenüberzustellen, die ohnehin bekannt sind. Zu bestimmten Themen wie der Verkehrssituation in der Friedrichstraße oder dem Grünflächenerhalt Hofen II haben sich die Befragungsteilnehmer deutlich positioniert. Diese Positionierung muss auch in der Auswertung deutlich werden und darf nicht verschleiert werden. Damit das Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürger korrekt abgebildet wird, ist eine klare Benennung der Kernthemen und eine Quantifizierung der entsprechenden Beiträge notwendig.

Gemeinderäte und Bürgermeister haben die offensichtlichen Defizite der Auswertungsdokumentation erkannt und fordern auf Antrag der Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz in ihrem Gemeinderatsbeschluss vom 10.02.2020 Nachbesserung. Das ist gut so, weil die Bürgerinnen und Bürger zu Recht eine korrekte Einordnung und Würdigung ihrer Beiträge erwarten dürfen.

Tanja Bühler
14.02.2020


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